Ich probiere sie alle aus. Framer AI, Wix AI, Durable, 10Web, Relume, die neuen Webflow-Features. Jedes Mal, wenn ein Tool verspricht, „in 60 Sekunden eine fertige Website" zu liefern, klicke ich drauf, gebe ein paar Stichworte ein und schaue mir das Ergebnis an.
Manche sind beeindruckend. Die meisten sind… okay. Aber keine davon liefert das, was ein kleines Unternehmen braucht, das über die Website echte Anfragen will.
Was KI-Builder heute tatsächlich können
Sie generieren Layouts, die nicht kaputt sind. Sie schreiben Überschriften, die grammatikalisch stimmen. Sie wählen Farben, die nicht wehtun. Sie bauen responsiv, ohne dass du dich drum kümmerst. Wenn du heute eine Website brauchst, die aussieht wie eine Website, und du hast null Budget und null Zeit — dann ist ein KI-Builder besser als gar nichts.
Ich habe Kunden gesehen, die ihren Framer-AI-Entwurf als Briefing zu mir gebracht haben: „Mach das, aber so, dass es funktioniert." Das ist ein legitimer Workflow. Die KI liefert den Rohling, der Profi macht das Handwerk draus.
Wo sie für ein Business an ihre Grenzen stoßen
Das Problem fängt dort an, wo „aussieht wie" aufhört und „funktioniert wie" anfängt.
Texte, die nicht verkaufen. KI-Texte sind mittelmäßig per Definition — sie sind der statistische Durchschnitt aller Texte im Trainingsdatensatz. Für eine Landingpage, die einen Handwerksbetrieb oder eine Kanzlei repräsentieren soll, ist „mittelmäßig" zu wenig. Du brauchst Texte, die deine Argumentation führen, deine Tonlage treffen, deine Kunden ansprechen. Das macht eine KI nicht, weil sie dein Business nicht kennt.
Struktur, die nicht konvertiert. Ein Builder stellt dir Standard-Seiten hin: Start, Über uns, Leistungen, Kontakt. Aber deine Kunden suchen vielleicht nicht nach „Leistungen", sondern nach „Notdienst Wasserschaden". Die Informationsarchitektur muss aus deinem Geschäft kommen, nicht aus einem Template.
SEO, das nicht passiert. Die meisten KI-Builder spucken sauberes HTML aus. Aber Keyword-Recherche? Schema-Markup? Interne Verlinkung, die Suchintentionen abdeckt? Fehlanzeige. Du bekommst eine technisch saubere Hülle — der Inhalt, der rankt, fehlt.
Wartung, die du nicht kontrollierst. Wenn du auf Framer oder Wix baust, bist du Mieter, nicht Eigentümer. Preiserhöhungen, Feature-Änderungen, Plattform-Beschränkungen — du hast kein Mitspracherecht. Für ein Business, das auf die Website angewiesen ist, ist das ein Risiko, das sich oft erst Jahre später zeigt.
Individualität, die nicht da ist. Ich habe Dutzende KI-Seiten nebeneinander gelegt. Sie sehen alle ähnlich aus. Nicht, weil sie hässlich wären — weil sie alle auf dieselben Design-Patterns trainiert sind. Deine Website sieht aus wie die deines Wettbewerbers, der auch Framer AI genutzt hat. Das ist das Gegenteil von Differenzierung.
Wann ein KI-Builder die richtige Wahl ist
- Du testest eine Geschäftsidee am Wochenende und brauchst jetzt was Vorzeigbares.
- Du hast ein Side-Projekt, das nie Anfragen generieren muss — nur da sein.
- Du willst ein schnelles Briefing für einen Entwickler erstellen („so ungefähr stelle ich mir das vor").
- Du hast absolut kein Budget und keine Zeit, und „besser als nichts" ist dein Maßstab.
In all diesen Fällen: Nimm den Builder. Er ist ein Werkzeug, kein Teufel.
Wann du jemanden brauchst, der denkt
- Die Website soll messbar Anfragen bringen.
- Du hast ein Geschäft, das sich von Wettbewerbern unterscheiden muss.
- Du willst die Seite selbst pflegen können, ohne in einer proprietären Plattform gefangen zu sein.
- Du brauchst Funktionen, die kein Standard-Baukasten abdeckt (Mehrsprachigkeit, komplexe Formulare, Schnittstellen, individuelles CMS).
- Du willst, dass jemand Verantwortung übernimmt, wenn was nicht läuft.
Das ist der Punkt, an dem „KI baut Website" aufhört und „Mensch baut Business-Tool" anfängt.
Ich nutze KI im Prozess — für Code-Snippets, für erste Text-Entwürfe, für Ideenfindung. Aber die Entscheidungen, die den Unterschied machen: Struktur, Argumentation, Priorisierung, Reduktion — die treffe ich. Weil ich dein Geschäft verstehe. Und weil ich dafür gerade stehe.
Wenn du wissen willst, ob du mit einem Baukasten weiterkommst oder ob du jemanden brauchst, der denkt: Schreib mir kurz, was du vorhast. Ich sag dir ehrlich, wo die Grenze verläuft.
